Speed Reading

Der Begriff „Speed Reading“ deutet bereits an: Es geht um Tempo! In den meisten Fällen werden darunter Techniken zusammengefasst, die auf Tony Buzan zurückgehen und Lesegeschwindigkeit vor allem durch Weglassen erhöhen: Querlesen, Diagonallesen, Slalomlesen usw.

Positive Aspekte des Speed Reading

Sicherlich gibt es einige sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für derartige Speed Reading-Techniken. Oft genügt in der Tat eine grobe Übersicht über ein Thema. Es sind einfach zu viele Informationen, die im Alltag auf uns einstürmen. Wir müssen nicht alles bis ins tiefste Detail verstehen. Wenn wir die genauen Aussagen nicht unmittelbar benötigen, wird auf diese Weise einfach abgespeichert, dass es einen Text mit diesen Informationen gibt. Bei Bedarf und mit guter Ablagetechnik kann nachträglich immer noch nachgelesen werden.

Im Rahmen des Improved Reading-Trainings werden auch solche Techniken vermittelt, die ein „Überblickslesen“ ermöglichen – was die meisten Menschen unter „Speed Reading“ verstehen. Damit ist vor allem die sogenannte Vorausschau gemeint: Bevor ein Text gelesen wird, muss entschieden werden, worum es eigentlich geht, wo das Wichtigste steht und was zu diesem Thema bereits bekannt ist (eigenes Vorwissen).

Bei einer solchen Vorausschau auf den Text werden, ähnlich wie beim Speed Reading, wichtige Sinnsignale aufgenommen: Überschriften, Diagramme, Bilder, Tabellen oder Hervorhebungen – vereinfacht gesagt: alles, was anders aussieht als der Fließtext. Darin verbergen sich schon sehr viele Informationen, die genaue Hinweise auf den Inhalt liefern: relevante Themen, die Reihenfolge dieser Themen, ihre Gewichtung und Strukturierung. Zudem fallen uns oft auch innerhalb des Fließtextes viele Sinnsignale auf: lange, sperrige Wörter, Namen, Zahlen, Paragraphen etc. Diese Informationen helfen ebenfalls, sich auf den Lesevorgang einzustimmen.

Oft kann auf diese Weise bereits ausgeschlossen werden, was gar nicht gelesen werden muss, weil es einfach nicht relevant erscheint. „Nicht-lesen-müssen“ ist natürlich eine deutliche Zeitersparnis und definitiv die höchstmögliche Lesegeschwindigkeit ;-). Zudem wird so Zeit gewonnen für Textstellen, die intensiv bearbeitet werden müssen.

Speed Reading ist kein Lesen!

Eine Vorausschau ist als Vorbereitung aufs eigentliche Lesen unentbehrlich – und manchmal genügt sie auch schon. Aber das kann nicht alles sein, was über schnelles, effizientes Lesen ausgesagt werden kann. Denn ebenso wie die Vorausschau ist Speed Reading im Grunde noch gar kein richtiges Lesen, sondern eben eine Art „intelligentes Weglassen“.

Häufig sind uns aber ein gutes Textverständnis und ein verantwortungsbewusster Umgang mit Texten wichtig. In solchen Fällen kann das Weglassen nur an solchen Stellen stattfinden, wo wir uns sicher sind, dass sie nichts für anstehende Aufgaben oder Prüfungssituationen enthalten. Lücken an den entscheidenden Stellen sind dagegen meist tabu.

Schnell lesen – und trotzdem alles lesen

Wo gutes Verständnis erforderlich ist, ist eine vollständige Texterfassung klüger. Ab hier sind die Techniken des Speed Reading deutlich überfordert.

Das heißt jedoch nicht, dass Sie dann nur noch langsam lesen müssen. Auch das vollständige Lesen geht deutlich schneller – sofern Sie die richtigen Blickprozesse anwenden, nämlich:

  • breites Fokussieren mehrerer Wörter pro Blickstopp,
  • eine klare Vorwärtsorientierung und
  • mehr „visuelles Erfassen“ (statt Mitsprechen)

So können Sie Geschwindigkeiten erreichen, die deutlich über der der Durchschnittsleser liegen. Dabei erzielen Sie sogar besseres Verständnis. Und bei Bedarf wird Zeit gewonnen, um mehrfach zu lesen. Denn für Verständnis ist es tatsächlich besser, zweimal zügig als einmal langsam zu lesen. Probieren Sie es einfach aus! So verstanden würde der Begriff „Speed Reading“ dann doch wieder Sinn machen.

Es ist allerdings ein weit verbreitetes Missverständnis, dass schnelles Lesen nur durch Weglassen ermöglicht wird und somit zwangsläufig auf Kosten des Verständnisses geht. Dieses Missverständnis wird durch das Konzept des „Speed Reading“ leider stark befördert, weil es eben allein den „Mut zur Lücke“ in den Fokus rückt. Das erhebliche Effizienz-Potenzial beim vollständigen Lesen wird damit ausblendet.

Bild: Von Liz Poage auf Flickr

Improved Reading ist…

  • “Zehn-Finger-Tippen fürs Lesen”
  • mehr Souveränität im Büro-Alltag
  • oft eine Neuentdeckung der Freude am Lesen

Wissenschaftlich fundiert

Wir vermitteln nur Techniken, die von der Leseforschung belegt sind und von jedem umgesetzt werden können.

3 Minuten Zeichentrickfilm

Lernen Sie mehr über die drei wichtigsten Lesefehler. Und wie Sie effiziente Leseroutinen trainieren!

Bleibt der Lesegenuss?

Werde ich nach dem Kurs noch meine Romane genießen können?
…oder vielleicht sogar erst recht?

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